Therapien

Therapie bei Lungenerkrankungen

Neben den medikamentösen Therapie mit inhalativen Medikamenten als Atemwegserweiterer (Beta-2-Sympatomimetika, Tiotropiumbromid, u.a.) und/oder Entzündungshemmer (Kortikosteroide) gibt es auch zahlreiche andere Therapien.
Hier sind bei lungenerkrankten Patienten (Asthma u. COPD) insbesondere Inhalationen von Emser oder Kochsalzlösungen und evtl. Zusätzen zu erwähnen, außerdem Atemtherapie mit dem so genannten Flutter oder Cornet zur Kräftigung der Atemhilfsmuskulatur und zum Besseren „Transport“ von Schleim nach oben. Allerdings sollte vom Patienten selbst Bewegung nie vernachlässigt werden.
Jeder Asthma und auch jeder COPD-Patient sollte sich selbst immer wieder und regelmäßig zu Bewegung, natürlich im eigenen möglichen Rahmen, motivieren. Sei es mit Sport, Spaziergängen oder auch in speziellen Lungensportgruppen.

Einnahme von inhalativen Medikamenten bei Asthma bronchiale und/oder COPD

Grundprinzipien der Einnahme für inhalative Medikamente

  • Inhalation je nach Gerät vorbereiten (einige Geräte muss man vor Gebrauch schütteln, die Schutzkappe entfernen, drehen oder eine Kapsel einlegen und durchstechen)
  • Bevor die Inhalation beginnt, einmal bequem, aber maximal ausatmen. Den Kopf nach hinten neigen und das Mundstück mit den Lippen gut umschließen.
  • Tief am Mundstück einatmen. (evtl. Gerät dabei gleichzeitig auslösen)
  • Mundstück aus dem Mund nehmen.
  • Den Atem für etwa 5-10 Sekunden anhalten, dabei (im Kopf oder mit den Fingern) mitzählen bis 10!
  • Langsam ausatmen - bevorzugt mit der Lippenbremse zumindest aber über die Nase.

Weitere Inhalationen frühestens nach einer Minute durchführen.

Nach der Einnahme bitte zumindest den Mund mit Wasser ausspülen, besser jedoch Zähne putzen. Dies gilt insbesondere für so genannte Cortisonsprays.


Hinsichtlich der inhalativen Medikamente beachten Sie bitte Folgendes: Grundprinzipien.pdf

I. Dosieraerosole

Gerät folgendermaßen in die Hand nehmen:

Daumen unten auf Platte, zwei Finger oben auf Kartusche

  • 1. Kappe vom Mundstück abnehmen
  • 2. Schütteln

Erklärung:: Wirkstoff setzt sich oben in Kartusche ab, unten nur Treibgas. Ohne Schütteln wird nur Treibgas inhaliert

  • 3. Einatmen und tief maximal ausatmen – alles ohne Gerät anzusetzen
  • 4. Kopf leicht zurück nehmen

Erklärung:: Kehlkopf wirkt sonst wie Wand oder Trampolin; beim Kopf zurücknehmen aber wie Rutsche, die das Medikament in die Bronchien leitet

  • 5. Mundstück in den Mund, dabei Zähne am Rand aufsetzen und Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • 6. Tief und nicht zu schnell einatmen, gleichzeitig mit den 2 Fingern auf die Kartusche feste drauf drücken
  • 7. Mundstück aus dem Mund heraus, Lippen fest verschließen.
  • 8. Luft anhalten und mit den Fingern bis 10 (wenn zu schwer reicht auch bis 5) zählen.
  • 9. Mittels Lippenbremse ausatmen

Erklärung:: Lippenbremse macht man zum einen, damit man das Medikament nicht in die Umgebung ausatmet, weil inhalieren anstrengend war. Außerdem werden durch den entstehenden Überdruck die Bronchien erweitert, so dass Med. tiefer in Bronchien gelangen kann und Sauerstoffversorgung verbessert wird.

10. Bei allen Sprays mit Cortison (z.B. Alvesco, Viani DA) nach der Inhalation Mund ausspülen, besser noch Zähne putzen

Erklärung:: Es kann sonst Mundsoor = Mundgeruch entstehen

11. 2 Hub heißt bei Notfallsprays ganzes Procedere 1 x, 10 min. warten, dann noch 1 x bei allen anderen Sprays dazwischen 1 min. warten

Erklärung:: Medikament muss sich erst in den Schleimhäuten der Bronchien festsetzen um zu wirken und kann erst dann wirken.

II. Diskus

  • 1. + 2. Laden, indem man die Hülle wegdreht, dann lila „Hebel“ bis zum Einrasten und Klicken nach hinten drücken.
  • 3. Einatmen und tief maximal ausatmen – alles ohne Gerät anzusetzen
  • 4. Kopf leicht zurück nehmen
  • 5. Mundstück in den Mund, dabei Zähne am Rand aufsetzen und Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • 6. Tief und nicht zu schnell einatmen
  • 7. Mundstück aus dem Mund heraus, Lippen fest verschließen.
  • 8. Luft anhalten und mit den Fingern bis 10 (wenn zu schwer reicht auch bis 5) zählen.
  • 9. Mittels Lippenbremse ausatmen
  • 10. Gerät wieder schließen

Erklärung:: Wenn 2 Hub genommen werden sollen wieder schließen und von vorne beginnen, da sonst Folie mit neuem Wirkstoff nicht geöffnet wird.

Gerät muss nicht trocken gelagert gelagert werden, da einzelne „Portionen“ geklustert, d.h. in Folie verpackt sind. Folie wird jeweils durch das Laden geöffnet.

Auch hier ist ein Zählwerk, welches anzeigt, wann das Gerät leer ist.

III. Formoterol Kapseln

  • 1. Kappe vom Mundstück abnehmen, Mundstück sieht hier aus wie ein kleiner Schornstein.
  • 2. Laden, indem man eine Kapsel aus der Folie nimmt, den Schornstein in Pfeilrichtung von der „Plattform“ aufdreht, Kapsel einlegen, Schornstein schließen
  • 3. Beide seitlichen „Hebel“ zusammendrücken und wieder loslassen

Erklärung: Nadeln stechen so die Kapsel seitlich an, damit durch die Löcher das Medikament inhaliert werden kann. Wenn man die Hebel weiter drückt, hält man die Löcher durch die das Medikament raus kommen soll zu.

  • 4. Einatmen und tief maximal ausatmen – alles ohne Gerät anzusetzen
  • 5. Kopf leicht zurück nehmen
  • 6. Mundstück in den Mund, dabei Zähne am Rand aufsetzen und Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • 7. Tief und nicht zu schnell einatmen, dabei muss ein Rasseln zu hören sein. Auf keinen Fall die Hebel dabei drücken!
  • 8. Mundstück aus dem Mund heraus, Lippen fest verschließen.
  • 9. Luft anhalten und mit den Fingern bis 10 (wenn zu schwer reicht auch bis 5) zählen.
  • 10. Mittels Lippenbremse ausatmen
  • 11. Kontrollieren ob richtig inhaliert wurde, d.h. die Kapsel im Gerät anschauen. Wenn sie leer ist, ist alles o.k.

ist dies nicht der Fall erneut ab Punkt 4. beginnen, das Medikament liegt im Gerät noch bereit.

IV. Easyhaler

  • 1. Kappe vom Mundstück abnehmen
  • 2. Laden, indem man auf den orange oder lila oder ... Knopf drückt. Knopf loslassen und beim Inhalieren nicht mehr betätigen
  • 3. Einatmen und tief maximal ausatmen – alles ohne Gerät anzusetzen
  • 4. Kopf leicht zurück nehmen
  • 5. Mundstück in den Mund, dabei Zähne am Rand aufsetzen und Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • 6. Tief und nicht zu schnell einatmen
  • 7. Mundstück aus dem Mund heraus, Lippen fest verschließen.
  • 8. Luft anhalten und mit den Fingern bis 10 (wenn zu schwer reicht auch bis 5) zählen.
  • 9. Mittels Lippenbremse ausatmen

V. Turbohaler

  • 1. Kappe vom Mundstück abnehmen
  • 2. Laden, indem das Gerät senkrecht gehalten wird. Rotes Rad einmal bis zum Anschlag hin und wieder zurück drehen

Erklärung:: Medikament ist wie ein Kalkstein im Gerät, wird von einem Rasiermesser abgewetzt. Das funktioniert nur wenn Gerät nicht schief gehalten wird, da die Klinge sonst verkantet. … weiterlesen

  • 3. Einatmen und tief maximal ausatmen – alles ohne Gerät anzusetzen
  • 4. Kopf leicht zurück nehmen
  • 5. Mundstück in den Mund, dabei Zähne am Rand aufsetzen und Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • 6. Tief und nicht zu schnell einatmen
  • 7. Mundstück aus dem Mund heraus, Lippen fest verschließen.
  • 8. Luft anhalten und mit den Fingern bis 10 (wenn zu schwer reicht auch bis 5) zählen.
  • 9. Mittels Lippenbremse ausatmen

Wenn 2 Hub genommen werden sollen wieder bei 2. beginnen Außerdem Gerät trocken lagern, d.h. nicht im Bad aufbewahren, da das Medikament sonst verklebt

Erklärung:: Feuchtes Medikament bekommen wir nicht mittels Inhalation in die Bronchien. Klebt sonst schon im Mundraum fest.

Gerät hat Zählwerk, neues Medikament holen, wenn im roten Bereich – aber zu Ende benutzen bis „0“

VI. Novolizer

  • 1. Kappe vom Mundstück abnehmen
  • 2. Laden, indem man auf den roten (blauen, helllila oder dunkellila) Knopf drückt. Knopf loslassen und beim Inhalieren nicht betätigen – dabei muss der Kontrollpunkt vorne die Farbe wechseln

Kontrollieren !

  • 3. Einatmen und tief maximal ausatmen – alles ohne Gerät anzusetzen
  • 4. Kopf leicht zurück nehmen
  • 5. Mundstück in den Mund, dabei Zähne am Rand aufsetzen und Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • 6. Tief und nicht zu schnell einatmen, dabei muss ein Klicken zu hören sein

Beachten !

  • 7. Mundstück aus dem Mund heraus, Lippen fest verschließen.
  • 8. Luft anhalten und mit den Fingern bis 10 (wenn zu schwer reicht auch bis 5) zählen.
  • 9. Mittels Lippenbremse ausatmen
  • 10. Kontrollieren ob richtig inhaliert wurde, d.h. der Kontrollpunkt muss wieder die Ausgangsfarbe haben.

ist dies nicht der Fall erneut ab Punkt 3. beginnen, das Medikament liegt im Gerät noch bereit.

VII. Handyhaler

  • 1. Klappe vom Gerät hochklappen
  • 2. Mundstück hochklappen, bei neueren Geräten kann man dazu auf den seitlich angebrachten „Knopf“ drücken.
  • 3. Laden, indem man eine Kapsel aus der Folie nimmt, indem man die Schutzfolie vom Blister – jeweils nur für die benötigte Kapsel – abzieht, diese entnimmt und in die entsprechende Öffnung unter dem Mundstück einlegt.
  • 4. Mundstück wieder verschließen.
  • 5. Kapsel anstechen indem man auf den seitlichen Knopf drückt. Diesen unbedingt wieder loslassen und NICHT mehr drücken.
  • 6. Einatmen und tief maximal ausatmen – alles ohne Gerät anzusetzen
  • 7. Kopf leicht zurück nehmen
  • 8. Mundstück in den Mund, dabei Zähne am Rand aufsetzen und Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • 9. Tief und nicht zu schnell einatmen, dabei muss ein Rasseln zu hören sein.
  • 10. Mundstück aus dem Mund heraus, Lippen fest verschließen.
  • 11. Luft anhalten und mit den Fingern bis 10 (wenn zu schwer reicht auch bis 5) zählen.
  • 12. Mittels Lippenbremse ausatmen
  • 13. Kontrollieren ob richtig inhaliert wurde, d.h. die Kapsel im Gerät anschauen. Wenn sie leer ist, ist alles o.k.

ist dies nicht der Fall erneut ab Punkt 4. beginnen, das Medikament liegt im Gerät noch bereit.

VIII. Nexthaler

Vor der Inhalation bitte den Zählerstand kontrollieren !

  • 1. Klappe vom Gerät hochklappen bis zum Anschlag, zur Kontrolle ist ein Click-Geräusch zu hören
  • 2. Einatmen und tief maximal ausatmen – alles ohne Gerät anzusetzen
  • 3. Kopf leicht zurück nehmen
  • 4. Mundstück in den Mund, dabei Zähne am Rand aufsetzen und Mundstück mit den Lippen fest umschließen.
  • 5. Tief und nicht zu schnell einatmen, dabei muss erneut ein Klicken zu hören sein.
  • 6. Mundstück aus dem Mund heraus, Lippen fest verschließen.
  • 7. Luft anhalten und mit den Fingern bis 10 (wenn zu schwer reicht auch bis 5) zählen.
  • 8. Mittels Lippenbremse ausatmen
  • 9. Klappe des Gerätes wieder vollständig schliessen.

Nach der Inhalation bitte erneut Zählerstand kontrollieren, Zählwerk muss eine Inhalation weniger anzeigen !

Therapie bei Allergien

1. Karenz, d. h. Vermeidung der beim Patienten bekannten Auslöser seiner Allergie. Dies stellt insbesondere bei Tierhaaren die beste und wirkungsvollste Therapie dar.

2. Spezifische Immuntherapie (= Hyposensibilisierung, Desensibilisierung, Allergie-Impfung, etc.): Durch die Hyposensibilisierung soll das Immunsystem so beeinflusst werden, dass nicht die Allergie auslösenden Antikörper der Klasse E (IgE), sondern Antikörper einer anderen Klasse (IgG) gebildet werden. IgG-Antikörper bildet das Immunsystem normalerweise gegen Krankheitserreger wie Bakterien und sie entstehen nach jedem erneuten Kontakt mit dem Erreger sofort wieder, mit dem Ziel den Erreger durch "Auffressen" aus dem Körper zu entfernen. Dasselbe möchte man bei einer Allergie erreichen: Sofort nach Allergenkontakt sollen IgG-Antikörper gebildet werden und das Allergen eliminieren, sodass dieses nicht mehr zur Bildung von IgE-Antikörpern führen kann und eine allergische Reaktion verhindert wird. Bei der spezifischen Immuntherapie (SIT) gibt es verschiedene Varianten, die in Abstimmung mit dem Patienten entsprechend seiner Lebensgewohnheiten und evtl. Risiken oder Vorlieben gewählt werden können. Im Verlauf einer Therapie kann NICHT zwischen den verschiedenen Therapieformen gewechselt werden.

a. Spritzentherapie:

Bei der Spritzenform wird zunächst mit einer sehr geringen Allergendosis begonnen, die dem Allergiker subkutan (unter die Haut) in den Oberarm gespritzt wird. Da die Gefahr einer allergischen Reaktion wie z. B. Jucken im Rachen, an der Hand oder der Fußsohle, Niesreiz, Husten, Atemnot, Hautjucken, Hitzegefühl, Schwindel bis hin zum anaphylaktischen Schock besteht, sollte man nach der Injektion noch mindestens 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung beziehungsweise in der Arztpraxis bleiben. Außerdem sollten am Therapietag Sport und andere körperliche Anstrengungen sowie Hitzebelastungen wie Sauna oder heiße Bäder vermieden werden. Bei einer guten Verträglichkeit wird die Dosis bei der nächsten Injektion entsprechend vorgegebener Angaben erhöht. Sollten Nebenwirkungen auftreten, muss die Konzentration wieder reduziert werden. Normalerweise zeigt sich schon nach der ersten Behandlungssaison eine deutliche Besserung der Beschwerden. Ein dauerhafter Erfolg stellt sich meist erst nach drei Jahren ein. Bei saisonalen Allergenen besteht die Möglichkeit die Spritzentherapie mit 7-14 Spritzen vor der Allergensaison jeweils über 3-4 Jahre durchzuführen, bei ganzjährigen Allergenen wie Hausstaubmilben wird die Therapie über das ganze Jahr ebenso über ca. 3-4 Jahre durchgehend durchgeführt.

b. Sublinguale Immuntherapie:

Als Alternative zu Spritzen kann die Hyposensibilisierung auch als so genannte Sublinguale Immuntherapie (SLIT) mit Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden, durchgeführt werden. Die Tropfen, die natürliche Eiweißstoffe enthalten, werden aus einer Flasche unter die Zunge getropft und vor dem Schlucken zwei bis drei Minuten dort gehalten. So werden die Wirkstoffe am besten aufgenommen. Die Tropfen sind in steigender Zahl, bis zu einer individuell unterschiedlichen Höchstmenge, oder auch als fixe Tagesdosis einzunehmen. Diese Höchstmenge wird danach täglich oder mehrmals wöchentlich über 3 – 4 Jahre weiter eingenommen. Seit einiger Zeit ist es auch möglich die sublinguale Therapie mittels einer Tablette durchzuführen, die man im Mund zergehen lässt. Die längste Erfahrung hat man hier bei Gräserpollenallergie.