Erkrankungen

Asthma bronchiale

Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege mit begleitender Überempfindlichkeit der Bronchien. Sie ist durch anfallsweise auftretende Atemnot gekennzeichnet. Durch einen Krampf der Bronchialmuskulatur, Schleimhautschwellung und vermehrte Schleimbildung werden die Atemwege verengt. Kurzatmigkeit, Engegefühl über der Brust, trockener Husten und Atemgeräusche werden hervorgerufen.

In Deutschland sind ca. 10 % der Kinder und ca. 5 % der Erwachsenen betroffen. Hierbei leiden Kinder meist unter allergischem Asthma bronchiale während Erwachsene vorwiegend von nichtallergischem Asthma bronchiale betroffen sind.

Beim Asthma bronchiale werden durch unterschiedliche Faktoren bestimmte Zellen im Körper aktiviert, die zahlreiche Botenstoffe freisetzen.

Dadurch wird eine Entzündung in der Bronchialschleimhaut ausgelöst, die zu einer Verengung der Atemwege führt. Auslösende Faktoren für diesen Prozess können zum einen allergische Auslöser sein wie z.B. Milben, Tierhaare, Nahrungsmittel oder Pollen. Es gibt aber auch nichtallergische Auslöser wie Infektionen, Rauch, Wetter, körperliche Anstrengung oder Stress.

Akut zeigt sich das Asthma als Anfall, ausgelöst durch eine plötzlich verstärkte Verengung der Luftwege. Hierbei klagen die Patienten über schwere Atemnot und ein Engegefühl in der Brust. Oft hustet sich der Patient in den Anfall hinein. Der Anfall kann wenige Sekunden bis mehrere Stunden andauern, in einigen Fällen sogar mehrere Tage.

Neben Anamnese steht bei der spezifischen Diagnostik die Lungenfunktionstestung (Ganzkörperplethysmographie) im Vordergrund, um die reversible verminderte Atemfunktion und die genaue Art der Einschränkung zu identifizieren. Da es sich beim Asthma vor allem um ein Problem bei der Ausatmung handelt, sind die Ausatemkapazität und die Menge der in der Lunge zurückbehaltenen Luft von entscheidender Bedeutung. Falls ein durch Anstrengung hervorgerufenes Asthma vorliegt, können Lungenfunktionstests unter körperlicher Belastung (z.B. Laufbandbelastung oder Ergospirometrie) durchgeführt werden.

Da die meisten Patienten im nicht akuten Zustand eine normale Lungenfunktion aufweisen, kann die Atemwegsüberempfindlichkeit auch durch eine inhalative unspezifische oder spezifische Provokationstestung stimuliert werden. Hierzu verwendet man z.B. Histamin, Metacholin oder bekannte Allergene. Diese Testung sollte ausschließlich unter lungenfachärztlicher Aufsicht stattfinden. Nur ein Patient mit einem hyperreagiblem Bronchialsystem wird mit einer Verengung der Bronchien auf eine solche Testung reagieren.

Die Therapie des Asthma bronchiale bedeutet in erster Linie Karenz von den auslösenden Faktoren. Medikamentös werden vorwiegend zwei Medikamentengruppen eingesetzt. Das sind zum einen als Dauertherapie so genannte Kortisonsprays (Kortikoide), die bewirken, dass die Entzündungen in den Bronchien zurückgehen. Zum anderen werden i.d.R. Bronchien erweiternde Sprays eingesetzt, die die Bronchien aufweiten und die verkrampfte Muskulatur lockern. Diese Sprays gibt es als kurz- und langwirksamere Form und sie werden je nach Schweregrad des Asthma eingesetzt als zusätzliche Dauertherapie (langwirksam = wirkt etwas langsamer, dafür aber länger) oder aber als ausschließliches „Notfallspray“ (kurzwirksam = wirkt sehr schnell).

Ebenso wichtig wie Vermeidung von Auslösern und medikamentöse Therapie sind für den Asthmatiker aber auch Sport und körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersportarten (in Absprache mit Ihrem Lungenfacharzt) und Patientenschulungen zum Erlernen des besseren Umgangs mit der Krankheit, der Selbstkontrolle des Asthma zur Vermeidung von Asthmaanfällen und Notfallbehandlungen sowie zum Erlernen von Atemtechniken (Lippenbremse) und atemerleichternden Haltungen.

Asthma Bronchiale

Allergien

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden Substanzen der Umwelt. "Überschießend" heißt die Reaktion, weil das körpereigene Immunsystem auf Fremdstoffe (z.B. Pollen) anspricht, die anders als Krankheitskeime eigentlich keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.

Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, beispielsweise von Blütenpollen, Milben und Schimmelpilzen. Prinzipiell kann so jeder Stoff in unserer Umwelt zum Auslöser einer Allergie werden. Dabei können sich die folgenden allergischen Symptome zeigen:

  • Tränende und/oder geschwollene Augen
  • Heuschnupfen (saisonaler Schnupfen), Dauerschnupfen, Schwellungen der Atemwege, Asthmatische Beschwerden
  • Nesselsucht (Urtikaria), Angioödem / Quincke-Ödem, Ekzeme, Neurodermitis,
  • Übelkeit, Durchfall, Magenschleimhautentzündung

Bereits aus der allergologischen Krankheitsvorgeschichte können wertvolle Hinweise auf den möglichen Allergieauslöser gewonnen werden. Zusätzlich sollten die häusliche und berufliche Umwelt sowie die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten berücksichtigt werden. Eine besondere Hilfestellung bei der Diagnostik bietet die Selbstbeobachtung der allergischen Symptome und der möglichen Ursachen (Allergenen).

Besonders wichtig sind die Feststellung des Krankheitsbeginns (auch möglicher "Vorboten") und die Hinweise auf den ersten möglichen Allergenkontakt. Gesichert wird die Diagnose nach ausführlicher Anamnese durch verschiedene Hauttestungen (z.B. Pricktest, Reibtest, Epikutantest, Intrakutantest), durch mögliche unspezifische und/oder spezifische, nasale und/oder orale Provokationstestungen und letztendlich auch durch Blutuntersuchungen (z.B. RAST-Testungen).

Die unangenehmen allergischen Symptome können mit verschiedenen Medikamenten wirksam bekämpft werden. So wirken Antihistaminika der bei allergischer Erkrankung vermehrten Histaminausschüttung entgegen. Es gibt sie in Form von Sprays, Tropfen oder Tabletten und sie helfen besonders gut gegen Niesen, Juckreiz, Fließschnupfen und allergische Augenbeschwerden.

Glukokortikoidhaltiges Nasenspray (Kortison-Spray) hilft besonders bei verstopfter Nase. Diese Sprays sind gut wirksam und verträglich, allerdings nicht als Akutmedikament anzuwenden, da das Kortison seine Wirkung vorbeugend und erst nach einiger Zeit der Einnahme entfaltet.

Die beste Behandlung des allergischen Schnupfens ist das Meiden des auslösenden Allergens (Karenz). Viele Allergene kann man jedoch nicht vermeiden und nicht jeder mag sich z.B. von seinem geliebten Haustier trennen.

Eine Behandlungsmöglichkeit der Allergie ist auch die spezifischer Immuntherapie (Hyposensibilisierung, Allergie-Impfung), die mittlerweile in den verschiedensten Formen z.B. in Spritzenform vor der Allergensaison oder auch ganzjährig und als sublinguale Form (Tropfen oder Tablette unter die Zunge).

Weitere Informationen über die spezifische Immuntherapie finden Sie auf der Website der Fa. HAL Allergie GmbH.

Es gibt aber auch verschiedene Maßnahmen, die Sie selbst im Alltag ergreifen können, um die Allergenbelastung zu verringern.

Pollenallergiker sollten während „ihrer“ Pollensaison Sport und anstrengende Aktivitäten im Freien meiden, die Fenster tagsüber geschlossen halten (abends spät lüften) und getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und liegen lassen.

Hausstaubmilbenallergiker sollten sich milbendichte Bezüge für Matratzen, Kissen und Bettdecken besorgen, Staubfänger in der Wohnung vermeiden und sich bei der Einrichtung eher für ein Leder-Möbel als für Polstermöbel entscheiden. Spezielle Allergikerteppiche oder aber keine Teppiche und der Verzicht auf Gardinen sind ebenfalls hilfreich. Das Staubsaugen Ihrer Wohnung sollten Sie einem Nicht-Allergiker Ihrer Familie überlassen, auch wenn Ihr Staubsauger selbstverständlich mit einem Feinstaubfilter ausgestattet ist.

Schimmelpilzallergiker sollten auf Topfpflanzen in der Wohnung verzichten und Schränke oder andere große Möbelstück immer mit ca. 10 cm Abstand vor die Wand stellen, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.

Für alle aber gilt es immer für eine gut gelüftete Wohnung zu sorgen, wobei hier unbedingt auf eine Stoßlüftung zu achten ist.

Allergenkalender

Bronchiektasen

Bronchiektasen gehören zu den chronisch-entzündlichen Erkrankungen der Atemwege. Es handelt sich dabei um eine krankhafte Ausweitung von Teilen des Bronchialsystems, die meist durch eine Zerstörung der Bronchialwände entstanden ist. Diese Erweiterungen sind irreversibel, also nicht mehr rückgängig zu machen. Die Erweiterungen können örtlich begrenzt oder auf mehrere Lungenbezirke ausgedehnt sein und zylinderförmige oder sackförmige Formen annehmen.

Es gibt angeborene und erworbene Bronchiektasen, wobei die erworbenen Formen wesentlich häufiger sind. Sie können in jedem Lebensalter entstehen. Oft entstehen sie durch schwere Infektionen im Kindesalter. Im Erwachsenenalter kann die Krankheit durch eine chronische Bronchitis, ein Asthma bronchiale, eine Lungentuberkulose oder als Folge anderer Krankheiten auftreten. Daneben kommen Bronchiektasen bedingt durch genetisch begründete Entzündungsprozesse in der Lunge und den Atemwegen vor. Sie können aber auch als Fehlbildung der Bronchien bereits bei Geburt vorhanden sein.

In diesen krankhaften Ausweitungen setzt sich vermehrt Bronchialschleim ab, der nicht oder nur schwer abgehustet werden kann. Hierdurch entstehen ständige Infektionen, eine Besiedlung des Bronchialsekrets mit Bakterien und chronische Entzündungsprozesse. Im Verlauf kommt es zu immer wiederkehrenden Atemwegsinfektionen, die über Jahre auch auf das umliegende Lungengewebe übergreifen und zu dessen Zerstörung führen.

Typische Krankheitszeichen sind chronischer Husten oder zeitweise auftretende Hustenattacken mit großen Mengen unangenehm riechendem eitrigem Auswurf. Der Auswurf nimmt meist im Laufe der Erkrankung zu und kann beträchtlich sein. Nur Bronchiektasen als Folge einer Tuberkulose haben eher wenig Auswurf. Fieberschübe durch chronische Vereiterung der Bronchien, Müdigkeit, Gewichtsverlust und Leistungseinbruch sind häufig. Der Krankheitsbeginn ist oft schleichend und im Laufe vieler Jahre kann ein chronisches Lungenversagen entstehen. Bei ca. 50 % der Patienten kann es zu Bluthusten (Hämoptysen) kommen. Sichtbare Zeichen der in Folge mangelnden Sauerstoffaufnahme sind Trommelschlegelfinger (Verdickungen der Fingerenden) und Uhrglasnägel (verstärkte Wölbung und Rundung der Fingernägel) Der Verdacht auf Bronchiektasen ergibt sich an Hand der Symptome wie häufigem Husten und massiver, eitriger Auswurf.

Beim Abhören der Lunge sind Rasselgeräusche und Giemen hörbar. Im späten Stadium sind dann die beschriebenen Trommelschlegelfinger oder Uhrglasnägel sichtbar und es kommt zu Symptomen der chronischen Herzüberlastung.

Bronchiektasen können, müssen aber nicht im Röntgenbild des Thorax sichtbar sein. Das beste Verfahren zum Nachweis und zur genauen Lokalisation von Bronchiektasen ist die Computertomographie des Thorax (Brustkorbs). Zur Identifizierung von Erregern und später ggf. auch zur therapeutischen Absaugung kann eine Lungenspiegelung notwendig sein. Hierbei wird der abgesaugte Auswurf auf Keime untersucht um diese gezielt antibiotisch bekämpfen zu können.

Bronchiektasen werden auf mehrere Weisen behandelt. Zum einen durch Medikamente wie Antibiotika, das unverzichtbar ist zum Eindämmen der Infektionen, durch evtl. Kortison bei ausgeprägten Entzündungsreaktionen der Bronchialwände und durch schleimlösende Medikamente (Mukolytika). Weiterhin erfolgen physikalische Maßnahmen (Atemtherapie) zur Unterstützung der medikamentösen Therapie. Hauptziel der Atemtherapie ist es unproduktiven Husten zu vermeiden, Abhusten zu fördern, Atemnot zu lindern und ein Eigentherapieprogramm mit dem Patienten zu entwickeln die Atemmuskulatur zu verbessern und Selbsthilfe zu erlernen. Auch Inhalationen helfen den vorhandenen Schleim zu verflüssigen um diesen dann Abhusten zu können. Anwendungen von Flutter oder Cornet sind hilfreich den Schleim „nach oben“ zu transportieren.

Operationen sind nur bei Patienten mit auf einen einzelnen Lungenlappen begrenzte Bronchiektasen indiziert oder wenn wiederkehrende, schwere Komplikationen auftreten.

COPD (Chronisch obstruktive Bronchitis)

Unter dem Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) werden die chronisch obstruktive Bronchitis, die mit oder ohne begleitendes Lungenemphysem auftreten kann, das Lungenemphysem an sich und die chronische Bronchitis mit asthmatischer Komponente eingeordnet.

Es werden hier verschiedene Krankheitsbilder unter einem Begriff zusammengefasst, die sich zwar in der Entstehung, Diagnose und Therapie unterscheiden, aber eine ähnliche Symptomatik aufweisen, nämlich chronischen Husten, Auswurf, Atemnot, vor allem bei Belastung und eine deutliche Leistungsminderung der Betroffenen.

COPD ist gekennzeichnet durch eine Verengung der Bronchien bzw. Überblähung des Lungengewebes, die für die Hauptsymptome Husten, Atemnot und Auswurf verantwortlich sind. Die COPD wird inzwischen als die Volkskrankheit mit den höchsten Steigerungsraten bezeichnet. Bis zum Jahr 2020 wird sie nach der Koronaren Herzkrankheit und den cerebrovaskulären Erkrankungen (Erkrankungen der hirnversorgenden Blutgefäße, die zum Schlaganfall führen können) die dritthäufigste Todesursache sein.

Die häufigste Ursache einer COPD ist das Rauchen (aktiv und passiv), wobei die Gefahr zu erkranken mit der Menge der inhalierten Zigaretten deutlich zunimmt. In viel geringerem Maße können andere Auslöser wie Stäube, Dämpfe und Gase eine COPD begründen. So ist z.B. das Lungenemphysem bei Bergleuten in Steinkohlegruben (unter Tage) eine Berufskrankheit. Eine seltene genetische Ursache des Emphysems ist der Alpha-1-Antitrypsinmangel.

Mögliche Komplikationen bei der COPD sind Infektexacerbation, d.h. akute Verschlimmerung der Atemnot durch Infekt, das Lungenemphysem, d.h. eine permanente Überblähung und Zerstörung der Lungenstruktur und letztendlich die chronische respiratorische Insuffizienz mit dauerhafter Störung der Lungenbelüftung und des Gasaustausches, die dann oftmals eine Sauerstofflangzeittherapie notwendig macht.

Die medikamentöse Grundbehandlung der COPD besteht in der Gabe von Bronchien erweiternden Sprays. Eine Kortisontherapie wird versucht, wenn die Vortherapie von ungenügender Wirksamkeit war. Diese wird allerdings nur bei nachgewiesener Wirksamkeit als Dauertherapie fortgesetzt.

Auch bei der COPD bedeutet ein gutes Management der Krankheit neben der medikamentösen Therapie in erster Linie die Vermeidung von Auslösern, d.h. Aufgabe des Rauchens oder Karenz von belastenden Dämpfen und Gasen. Ebenfalls von entscheidender Bedeutung sind aber auch hier Patientenschulungen zum frühzeitigen Erkennen von Symptomen, zum Erlernen der richtigen Medikamenteninhalation sowie zur Anwendung von Atem- und Hustentechniken. Auch körperliche Aktivität mit Steigerung der Belastbarkeit und Muskeltraining sowie Atem- und Physiotherapie sind notwendig um ein gutes Therapieziel für den Patienten zu erreichen.

Chronisch obstruktive Bronchitis

Lungenemphysem (en physao (griechisch) = Blase)

Das Emphysem ist allgemein eine Gasansammlung im Körpergewebe. Es gibt also nicht nur ein Lungenemphysem sondern auch z.B. ein Hautemphysem. Das Lungenemphysem ist eine krankhafte Überblähung der Lunge entstanden durch die Zerstörung von Lungengewebe. Dabei platzen insbesondere die Lungenbläschen (Alveolen). … weiterlesen … Diese sind für die Aufnahme von Sauerstoff (O2) aus der Luft in den Körper und die Abgabe von Kohlendioxid (CO2) wieder zurück in die Außenluft verantwortlich. Folge Ihrer Zerstörung und die Folge der Lungenüberblähung ist somit eine Verarmung des Körpers an Sauerstoff.

Die häufigste Ursache des chronischen Lungenemphysems ist das Rauchen. Im Zigarettenrauch sind Substanzen enthalten, die den α-1-Proteinase-Inhibitor inaktivieren. Hinzu kommt eine erhöhte Infektanfälligkeit bei Rauchern. Es kommt zum so genannten Raucherhusten. Als Folge der Erweiterung der Lufträume (durch das Husten) verringert sich über Jahre fortschreitend die Lungenelastizität. Dies führt zu einer Überdehnung der Lunge mit Minderdurchblutung und einem nicht rückbildungsfähigem Schwund von Lungengewebe. Aber auch berufsbedingte Ursachen wie Staubbelastungen, einige chemische Substanzen und auch Druckbelastung (Berufsmusiker, z.B. Bläser) können zu einem Lungenemphysem führen.

Eher selten ist ein angeborener Mangel an Eiweißstoffen, den sog. Alpha-Proteinase-Inhibitoren, die für die örtliche Abwehrleistung in den Atemwegen unerlässlich sind. Ihr Fehlen fördert das frühzeitige Auftreten eines Lungenemphysems.

Das wichtigste Krankheitssymptom des Lungenemphysems ist die Atemnot, Anfangs nur bei körperlicher Belastung, später aber auch in Ruhesituationen. Bei einigen Patienten wird die Atemnot begleitet von einem chronischen Husten mit Auswurf (Bronchitistyp). Es können Husten und Auswurf aber auch gänzlich fehlen (Emphysemtyp). Bei fortgeschrittenem Lungenemphysem zeigen sich ein starrer und bei der Atmung wenig beweglicher Brustkorb und blaue Lippen und Fingerspitzen durch den Sauerstoffmangel.

Diagnosestellung erfolgt nach Anamnese meist durch Lungenfunktionsuntersuchungen wie Bodyplethysmographie und Diffusionskapazitätsmessung. Außerdem werden die Sauerstoff- und Kohlendioxidverhältnisse im Blut gemessen. Auch Röntgenaufnahmen des Brustkorbs geben Aufschluss über die Erkrankung. Mittels Computertomographie (CT) können die Anteile des zerstörten Lungengewebes sehr genau nachgewiesen werden.

Bereits eingetretene Veränderungen des Lungengewebes beim Lungenemphysem sind nicht wieder herstellbar. Die Therapie kann sich also nur noch auf eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs beschränken und die noch vorhandenen Reserven zu schützen und bestmöglich zu nutzen. Dazu ist es notwenig Inhalation von negativ beeinflussenden Substanzen zu meiden, z.B. aktives und passives Rauchen, Umwelt- und Arbeitsplatz bezogene Luftverunreinigungen, chemische Reizstoffe wie Reinigungs- und Haarsprays. Überaus wichtig ist die Beibehaltung und sogar Intensivierung körperlicher Aktivitäten wie Spaziergänge oder Rad fahren. Zum Erlernen der maximalen Ausnutzung der eigenen Möglichkeiten können atemtherapeutische Übungen sinnvoll sein. Atemwegsinfekten sollte durch Grippe- und Pneumokokkenschutzimpfung entgegen gewirkt werden, ebenso wie durch eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung. Ein normales Körpergewicht ist anzustreben.

Bronchienerweiternde und antientzündliche Medikamente werden am sinnvollsten inhalativ über Dosieraerosole, Vernebler oder mittels Pulverinhalatoren eingesetzt. Bei Infekten können Antibiotika notwenig werden. Ist in Folge des Lungenemphysems das Herz geschädigt, werden zusätzlich herzentlastende Medikamente eingesetzt.

Eine Sauerstofflangzeittherapie kann die Sauerstoffmangelsituation durch das Lungenemphysem ausgleichen. Dadurch können Folgeschäden, vor allem am Herzen verringert werden. Die Sauerstofflangzeittherapie erfolgt durch stationäre Systeme (Konzentratoren) oder ausreichender Mobilität des Patienten mit tragbaren Systemen (Flüssigsauerstoff). Kommt es zur Erschöpfung der Atemmuskulatur, helfen nächtliche maschinelle Selbstbeatmung über Nasen- oder Gesichtsmasken, damit die Atemmuskulatur sich erholt. In einigen besonderen Fällen kann auch eine operative Therapie in Betracht kommen.

Lungenfibrose

Die Lungenfibrose ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die teilweise selten sind. Es gibt verschiedene Lungenerkrankungen bei denen eine Lungenfibrose auftreten kann.

Es handelt sich bei der Lungenfibrose um eine Lungengerüsterkrankung, die über entzündliche Veränderungen der Lungenbläschen zum bindegewebigen Umbau des Lungengewebes führt. Auf Grund der Vernarbung des Lungengewebes nehmen das Lungenvolumen und die Dehnbarkeit des Gewebes ab und eine Störung des Gasaustauschs und damit der Atmung ist die Folge. Die Blutzirkulation im Lungenkreislauf ist beeinträchtigt. Mit der Zeit kommt es zu Schädigungen des Herzens. Zunächst kommt es in der Ausbildung der Lungenfibrose zu Wassereinlagerungen in der Lunge (Lungenödem). Die Wände der Lungenbläschen fibrosieren (Bindegewebe bildet sich), was zu einer Verminderung der kleinen Blutgefäße führt. Außerdem kommt es zu einer Versteifung der Lunge. In der Folge sind einerseits die Belüftung der Lunge und andererseits der Gasaustausch gestört.

Es gibt zahlreiche Ursachen für die Auslösung einer Lungenfibrose:

  • Allergische Alveolitis durch wiederholte Inhalation organischer Stäube (z.B. Vogelhalterlunge)
  • Staublunge (Asbestose, Silikose)
  • Bindegewebserkrankungen (Kollagenose)

Wird kein ursächlicher Grund gefunden spricht man von einer idiopathischen Lungenfibrose.

Erstes Symptom der Lungenfibrose ist meist ein trockener Reizhusten. Dann folgt zunehmende Atemnot bei Belastung. Im weiteren Verlauf kommt es zu Atemnot in Ruhe. Weitere Symptome sind Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen und Gewichtsabnahme. Bei vielen Patienten finden sich Uhrglasnägel und Trommelschlegelfinger.

Hinweise auf die Diagnose einer Lungenfibrose ergeben sich durch eine gründliche Anamnese (Hinweise auf Inhalation von Stäuben, Vogelhaltung, Einnahe bestimmter Medikamente). Hinzu kommen die körperliche Untersuchung und Lungenfunktionsprüfung (Bodyplethysmographie, Diffusionskapazitätmessung). Weiterhin sind Blutgasanalyse und Röntgenaufnahme der Lunge notwendig. Durch eine Bronchoskopie lassen sich Hinweise auf Krankheitsaktivität gewinnen und es kann eine Gewebeprobe entnommen werden um die Diagnose zu sichern.

Die Therapie der Lungenfibrose richtet sich nach der Grunderkrankung des Patienten. Sie muss darauf hinzielen eine weitere Ausbildung der Lungenfibrose zu vermeiden. Dies bedeutet in erster Linie die Vermeidung von Auslösern der Erkrankung. Abhängig von der Krankheitsaktivität kann eine Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten notwendig sein. Dabei wird die Therapie meist zunächst mit einem Kortisonpräparat begonnen. Ggf. kann auch eine Behandlung mit einem Immunsuppressiva, das das Immunsystem und die Aktivität der Bindegewerbszellen hemmt, erforderlich sein. Bei Sauerstoffmangel im Blut ist eine begleitende Behandlung mit Sauerstoff nötig.

Bei Luftnot und Atembeschwerden neigen Patienten zu körperlicher Schonung. Dadurch verschlechtert sich der Trainingszustand der Muskulatur und die Belastbarkeit nimmt immer weiter ab. Durch körperliche Aktivität und ein Muskel- und Ausdauertraining sollte dem entgegen gewirkt werden.

Bei sehr weit fortgeschrittener Lungenfibrose ist für geeignete Patienten die Lungentransplantation eine Erfolg versprechende Therapiemöglichkeit.

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist ein bösartiger Tumor in der Lunge, ausgehend von den Zellen der Bronchien. Der Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) wird durch Faktoren wie Zigarettenrauch und beruflicher Staubbelastung (z.B. Asbeststaub) begünstigt. Etwa 33.000 Menschen erkranken deutschlandweit jedes Jahr an Lungenkrebs. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 65 Jahren. Lungenkrebs zählt somit zur dritthäufigsten Tumorerkrankung.

Da Rauchen als wichtigster Risikofaktor gilt, kann man die Erkrankungswahrscheinlichkeit deutlich senken, indem man das Rauchen aufgibt oder gar nicht erst damit anfängt. Häufig wird Lungenkrebs zufällig bei einer aus anderem Grund durchgeführten Röntgenaufnahme des Brustkorbs entdeckt. Beschwerden wie anhaltender Husten und Atemnot sind frühe Symptome, blutiger Auswurf oder Gewichtsverlust treten bei fortschreitender Erkrankung auf.

Es werden zwei Arten von Lungenkrebs unterschieden: Das kleinzellige Karzinom und das nicht-kleinzellige Karzinom. Kleinzellige Karzinome sind oft schwerer zu behandeln als die nicht-kleinzelligen, da sie frühzeitig Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen bilden. Kleinzellige Bronchialkarzinome machen nur etwa 15 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs aus und haben wegen des schnellen Wachstums und der frühen Bildung von Tochtergeschwülsten eine schlechtere Prognose als die nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinome. Rund 80 Prozent der Patienten haben bei der Diagnosestellung Tochtergeschwülste (Metastasen). Nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome wachsen meist lokal begrenzt und bilden seltener Metastasen. Ihre Heilungschancen sind daher besser als bei kleinzelligen Bronchialkarzinomen. Die operative Entfernung der Krebsgeschwulst ist hierbei das vorrangige Ziel der Therapie, was bei etwa 20 Prozent der Patienten möglich ist. Im Anschluss an die Operation oder bei nicht operablen Tumoren wird eine Chemotherapie und/oder Bestrahlung durchgeführt.

Sie werden nach ihrem Zellbild weiter unterteilt in:

  • 1. Plattenepithelkarzinom: Plattenepithelkarzinome machen ca. 40 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs aus.
  • 2. Adenokarzinom: Diese haben 35 Prozent Anteil an allen Bronchialkarzinomen. Sie sind die häufigste Lungenkrebsart bei Nichtrauchern.
  • 3. Großzellige Bronchialkarzinome: Sie sind relativ selten und machen nur bis zu zehn Prozent aller Fälle von Lungenkrebs aus.

Die Therapie von Lungenkrebs besteht vorrangig aus einer Chemotherapie, die meist zu einer deutlichen Verkleinerung des Tumors führt. Generell gilt: Je frühzeitiger erste Symptome beachtet werden und eine Behandlung eingeleitet wird, desto höher sind auch die Chancen auf Heilung. In zunehmendem Maß ist bei der Frühdiagnostik des Bronchialkarzinoms die Autofluoreszenz-Bronchoskopie von Bedeutung.

Pneumothorax

Die Lungen wird von einer Art „innerer Haut“ eingehüllt, die medizinisch Pleura genannt wird. Die Pleura besteht aus zwei Blättern: einem inneren Blatt, das an der Lunge anliegt (Lungenfell) und einem äußeren Blatt, das der Brustkorbwand und dem Zwerchfell anliegt (Rippenfell).

Zwischen diesem Lungenfell und dem Rippenfell ist ein sehr schmaler Spalt (Pleuraspalt), der mit einigen wenigen Millimetern (Gleit-)Flüssigkeit gefüllt wird. In diesem Pleuraspalt herrscht ein Unterdruck, so dass die Lunge am Brustkorb festgehalten wird. Kommt es durch eine Verletzung des inneren oder äußeren Pleurablattes zu einem Eindringen von Luft in den Pleuraspalt, wird dies als Pneumothorax bezeichnet. Folge dieser Luftansammlung im Pleuraspalt ist ein Zusammenfallen eines oder auch beider Lungenflügel.

Man unterscheidet verschiedene Formen des Pneumothorax:

  • 1. idiopathischer Spontanpneumothorax: Die häufigste Form eines Spontanpneumothorax ist der s.g. idiopathische Spontanpneumothorax, der durch das Platzen von kleinen Lungenbläschen, den Alveolen entsteht. Betroffen sind meist schlanke, große Männer unter 40 Jahre mit einem großen Lungenvolumen. Dieser Pneumothorax entsteht ohne offensichtliche Ursache und ohne Vorerkrankung der Lunge. Über 90 % der Betroffenen sind Zigarettenraucher.
  • 2. sekundärer / symptomatischer Spontanpneumothorax: Hierbei wird der spontane Einriss des Brustfells durch entzündliche Prozesse oder Narben begünstigt. Mehr als 50 % der Fälle betreffen Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD, Emphysem, chron. Bronchitis, Asthma bronchiale). Meist sind die Betroffenen im mittleren bis höheren Lebensalter.
  • 3. traumatischer Pneumothorax: Im Rahmen von Verletzungen kann ein s.g. traumatischer Pneumothorax entstehen. Die Verletzungen können durch Unfälle oder medizinische Eingriffe entstehen, wobei auf unterschiedlichen Wegen Luft in den Pleuraspalt eindringen kann.
  • 4. Spannungspneumothorax: Durch ein geplatztes Lungenbläschen kommt es zu einem Ventilmechanismus. Bei jedem Atmzug dringt mehr Luft in den Pleuraspalt ein, während der Ausatmung jedoch verschließt sich die Öffnung, so dass die eingedrungene Luft nicht mehr entweichen kann. So füllt sich der Pleuraspalt mit immer mehr Luft und der Druck steigt. Es kommt zum Überdruck mit Totalkollaps des betroffenen Lungenflügels. Das Mediastinum und das Herz werden zur gegenüberliegenden Seite gedrängt, wodurch auch der gegenüberliegende Lungenflügel zusammengedrängt wird.

Die klassischen Symptome eines Pneumothorax sind ein plötzlich auftretender einseitiger Schmerz im Brustkorb, evtl. verbunden mit Luftnot. Der Schmerz ist meist atemabhängig und stechend. Ein trockener Reizhusten kann das Krankheitsbild ebenfalls begleiten.

Die Diagnose eines größeren Pneumothorax ist bereits gut durch Abklopfen und Abhören möglich. Atemgeräusche können abgeschwächt sein oder ganz fehlen. Der Klopfschall auf der erkrankten Seite klingt dunkler. Ein Röntgenbild des Thorax (Brustkorbs) gibt meistens eine zuverlässige Aussage über einen evtl. vorhandenen Pneumothorax.

Die Behandlung des Pneumothorax erfolgt zumeist stationär. Bei einem kleineren Pneumothorax kann sich manchmal die eingedrungene Luft selbst resorbieren und muss dann nur beobachtet werden. Ein Rückfall kann möglich sein. Die Rückfallquote lässt sich durch die Aufgabe des Rauchens deutlich verringern. Ist der Pneumothorax größer oder hat der Patient bereits Vorerkrankungen der Lungen, muss die Luft aus dem Pleuraraum mittels Punktion durch eine kontinuierliche Absaugung entfernt werden. Versagt auch das oder kommt es zum Rückfall kann die Verklebung des Pleuraspalts oder eine operative Therapie notwendig sein. Nach einem Pneumothorax sollte man Druckunterschiede meiden wie sie beim z.B. Tauchen, auf Flugreisen oder beim Bergsteigen vorkommen.

Sarkoidose (Morbus boeck)

Sarkoidose ist eine Krankheit, die durch Bildung von typischen herdförmigen Granulomen gekennzeichnet ist und wird häufig auch Granulomatose genannt. Ein Granulom ist eine knötchenartige Neubildung aus Granulationsgewebe, die durch eine Aktivierung des Immunsystems verursacht wird.

Bei der Sarkoidose können sich diese Granulome überall im Körper bilden und führen dann zu Störungen der jeweiligen Organfunktionen. Charakteristisch für die Granulome bei Sarkoidose sind der Nachweis von Epitheloidzellen, Riesenzellen und Makrophagen sowie das Fehlen einer zentralen Nekrose.

Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Es ist eine seltene Erkrankung, die sowohl akut als auch chronisch verlaufen kann. Sie befällt vorrangig Lunge und Lymphknoten, kann aber auch jedes andere Organ betreffen. Die Krankheitsursache ist bis jetzt nicht geklärt. In Deutschland wissen derzeit ca. 80.000 Menschen, dass sie unter Sarkoidose leiden. Weil diese Krankheit eine Vielzahl von Beschwerden verursachen kann und schwierig zu erkennen ist, gibt es wahrscheinlich wesentlich mehr Betroffene.

Mehr als die Hälfte der Betroffenen hat keine Beschwerden. Deshalb wird die Krankheit oft zufällig entdeckt. Weil fast immer die Lunge betroffen ist kommt es am Häufigsten zu Husten und Atemnot. Auch Fieber, Leistungsabfall, chronische Müdigkeit und Gelenkschmerzen treten häufig auf. Es kann aber auch zur Veränderungen der Leberwerte, Milzschwellungen, Herzrhythmusstörungen, Lähmungserscheinungen, Hautknötchen (Erythema nodosum) oder Sehstörungen u.v.m. kommen. Man unterscheidet:

  • 1. Akute Sarkoidose: Diese beginnt meist plötzlich, mit hohem Fieber, Gelenkschwellungen (meist der Sprunggelenke), Gelenkschmerzen und schmerzhaften rötlich-braunen Hautveränderungen an den Unterschenkeln.
  • 2. Chronische Sarkoidose: Die chronische Verlaufsform beginnt entweder völlig unbemerkt oder schleichend mit Abgeschlagenheit oder einem Leistungsknick. Organbezogene Beschwerden können ganz fehlen. Die Diagnose wird oft zufällig an Hand eines Röntgenbildes des Thorax gestellt.

Die häufigsten Untersuchungen zur Diagnosesicherung bei Sarkoidose sind:

  • Röntgen des Brustkorbes (Röntgen Thorax). So lassen sich Veränderungen im Lungengewebe und vergrößerte Lymphknoten im Brustraum erkennen.
  • Bei nachgewiesenem Lungenbefall erfolgt eine Überprüfung der Lungenfunktion einschl. Diffusionskapazitätmessung
  • Blutuntersuchungen, da es bestimmte Blutwerte gibt (z.B. ACE-Wert, BKS), die bei einer Sarkoidose verändert sein können.
  • Lungenspiegelung (Bronchoskopie) um eine Spülung der Bronchien durchzuführen (Bronchoalveoläre Lavage – BAL). Hierbei gewonnene Zellen helfen bei der Diagnosestellung. Gleichzeitig können hierbei Gewebeproben entnommen werden, die histologisch untersucht werden.
  • Gewebeproben aus einem betroffenen Organ werden feingeweblich (histologisch) untersucht.
  • Darüber hinaus kann eine Computertomographie des Brustkorbs durchgeführt werden um Veränderungen der Lymphknoten zu erkennen und andere Erkrankungen der Lunge ausschließen zu können.

Schnarchen / Schlafapnoe-Syndrom

Schnarchen kann ein harmloses, wenn auch für den Partner recht nervtötendes Geräusch sein. Aber es kann auch Ausdruck einer zunehmenden Verengung der oberen Atemwege mit Auswirkungen auf Herz und Kreislauf sein. Vor allem bei lautem und unregelmäßigem Schnarchen, möglicherweise noch in Verbindung mit dauernder Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen, Stimmungsschwankungen oder Potenzstörungen, sollte an ein Schlafapnoe-Syndrom gedacht und dieses diagnostisch abgeklärt werden.

Erfahrungen aus der Sicht eines Patienten: www.schlafapnoeiker.de

Der Begriff Schlafapnoe leitet sich aus dem Griechischen ab (A-Pnoe = ohne Luft) und bedeutet also soviel wie "Schlaf Ohne Luft". Jeder gesunde Mensch hat in der Nacht einige Atempausen. Die Anzahl steigt altersabhängig etwas an. Normal sind bis zu fünf Atempausen / Stunde. Man spricht von einem Schlafapnoe-Syndrom, wenn eine bestimmte Anzahl von Atempausen mit einer Länge von > 10 sec. überschritten wird und sich entsprechende Änderungen der Gehirnfunktion bzw. des Herzkreislaufs einstellen.

Inzwischen weiß man, dass das Schlafapnoe-Syndrom keine seltene Erkrankung ist, sondern etwa 4% der männlichen erwachsenen Bevölkerung davon betroffen ist. Begünstigt wird das Schlafapnoe-Syndrom durch Übergewicht, Nikotin und Alkohol. Viele der betroffenen Patienten leiden außerdem an Bluthochdruck.

Beim Schlafapnoe-Syndrom (SAS) zeigen sich die folgenden Symptome:

  • Tagesmüdigkeit mit kurzen Einschlafepisoden, insbesondere bei monotoner Tätigkeit (wie zum Beispiel beim Fahren auf der Autobahn)
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwäche
  • Gedächtnisstörungen
  • Depressionen
  • Potenzstörungen

Meist fallen dem Partner nächtliche Atempausen, lautes Schnarchen und Phasen von Hyperventilationen, also kurze schnelle Atemzüge mit lautem Schnarchgeräusch auf, ohne dass die Betroffenen dies überhaupt bemerken.

Bei länger bestehendem Schlafapnoe-Syndrom zeigt sich oft eine Vermehrung der roten Blutkörperchen, die durch den nächtlichen Sauerstoffmangel bedingt ist. Weiterhin ist der Sauerstoffgehalt des Bluts vermindert bei gleichzeitig erhöhtem CO2-Gehalt.

Die Diagnose lässt sich oft schon durch die Anamnese mit Fragen zu den genannten Symptomen erahnen, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen wird dann nach einer Messung gefällt, die der Patient unter seinen gewohnten Bedingungen im eigenen Schlafzimmer durchführt.

Hierbei ist der Patient während der Nacht an ein Gerät angeschlossen, welches über Sensoren den Atemstrom an Mund und Nase misst, über ein Mikrofon zuverlässig alle Schnarchgeräusche aufzeichnet, das über einen Fingersensor verfügt zur Aufzeichnung der Pulsfrequenz und der Sauerstoffsättigung des Blutes. Auswertung erfolgt hier über ein integriertes Pulsoximeter. Weiterhin werden die Schlafposition mittels Körperlagesensoren und die Schlafeffizienz über einen Aktivitätssensor bestimmt. Ein Lichtsensor legt die relevante Messzeit fest.

Bei bereits vorhandener Therapie wird zur Überprüfung der Therapie die gleiche Messung mit einem Drucksensor durchgeführt.

In der Praxis werden Sie zuvor selbstverständlich in den Umgang mit dem Gerät eingewiesen. Zu Hause müssen Sie nur noch alles anlegen und natürlich eine ruhige Nacht verbringen. Am nächsten Morgen bringen Sie das Gerät wieder zurück in die Praxis, wo Ihre Daten ausgewertet werden. Deutet der Befund tatsächlich auf ein Schlafapnoe-Syndrom hin, werden Sie in ein Schlaflabor überwiesen, um eine ausführlichere Untersuchung durchführen zu lassen.

Im Falle eines leichtgradigen Befundes hilft manchmal schon der Verzicht auf Alkohol, regelmäßige Schlafzeiten und das Schlafen in Seitenlage und bei übergewichtigen Patienten eine Gewichtsreduzierung. Bei schwereren Befunden empfiehlt sich die nächtliche Benutzung einer Atemmaske. Über diese Maskenbeatmung werden die Atemwege während des Schlafs offen gehalten, um Atempausen und den folgenden Sauerstoffmangel zu beheben.

Neben der Atemmaske kommen weiter Hilfsmittel wie z.B. Aufbissschienen und chirurgische bzw. HNO-ärztliche Eingriffe in Betracht.

Allergenkalender

Tuberkulose

Die Tuberkulose (Schwindsucht) ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Der Krankheitsverlauf kann in zwei Stadien unterteilt werden:

  • Primärtuberkulose: Dazu gehören alle Krankheitssymptome im Rahmen der Erstinfektion mit Tuberkulose-Bakterien. In den meisten Fällen ist dies eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis, einem unbeweglichen, säurefesten Stäbchenbakterium
  • Postprimärtuberkulose: Eine isolierte Organtuberkulose nach überstandener Primärtuberkulose, auch Reaktivierungskrankheit genannt.

Weiterhin unterscheidet man zwischen einer offenen, infektiösen Tuberkulose und einer geschlossenen, nicht ansteckenden Form. Es besteht eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr zehn Prozent, dass eine bereits stattgefundene Tuberkulose wieder aktiv wird. Offene, also ansteckende Tuberkulose, unterliegt in Deutschland seit dem 01. Januar 2001 dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Dadurch können Tuberkulose-Träger notfalls auch gegen ihren Willen isoliert werden. Die Erkrankung ist meldepflichtig.

Ursache für eine TBC ist meist Ansteckung durch direkten Kontakt mit Erkrankten, die an einer offenen Tuberkulose leiden. Die Erreger werden meist über Tröpfcheninfektion, das heißt durch Sprechen, Niesen oder Husten, übertragen.

Die Inkubationszeit der Tuberkulose, also die Zeit zwischen Infektion mit dem Erreger und Auftreten der ersten Symptome, kann Wochen bis Monate betragen, in der Regel bricht die Krankheit aber ein halbes Jahr nach der Infektion aus. Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten, solange der Erreger mikroskopisch nachweisbar ist. Bei einer wirksamen Therapie sind die Erkrankten meist innerhalb von zwei bis drei Wochen nicht mehr ansteckend für ihre Umgebung.

Primärtuberkulose:

Bei der Primärtuberkulose treten Symptome wie eine leichte Temperaturerhöhung, Husten, Nachtschweiß oder Appetitlosigkeit auf. Bei einem geschwächten Immunsystem können daraus auch folgende Krankheiten entstehen:

  • Hiluslymphknoten-Tuberkulose: Entsteht bei Ausbreitung der Tuberkulose-Bakterien über Lymphflüssigkeit in weiter entfernte Lymphknoten des Brustkorbs. Die Bronchien werden abgedrückt und Teile der Lunge erhalten zu wenig Sauerstoff.
  • Pleuritis exsudativa (sog. nasse Rippenfellentzündung): Entsteht bei Mitbeteiligung des Rippenfells (Pleura) an der Entzündungsreaktion. Dabei werden durch Flüssigkeitsansammlung in der Lunge Atembeschwerden hervorgerufen.
  • Miliartuberkulose: Bei Ausbreitung der Tuberkulose-Bakterien auf dem Blutweg und einer Streuung in andere Organe entstehen dort Tuberkuloseherde. Diese rufen keine Beschwerden hervor, können aber später Beginn einer Postprimärtuberkulose werden. Betroffene Organe können Leber, Milz oder andere sein, am häufigsten entsteht die Miliartuberkulose jedoch in der Lunge.
  • Meningitis tuberculosa: Die Bakterien breiten sich hierbei auf dem Blutweg bis in die Hirnhaut aus. Dort bilden sich dann Tuberkulose-Herde und diese können dann eine Hirnhautentzündung auslösen.

Postprimärtuberkulose:

Wenn die Tuberkulose-Herde in den Organen nicht abheilen, entwickelt sich irgendwann eine Organtuberkulose. Dabei verflüssigen sich die Erregerherde und es entsteht eine flüssigkeitsgefüllte Höhle, die so genannte Kaverne. Entsteht durch das Einschmelzen der Herde eine Verbindung der Kaverne zu Blut- oder Lymphgefäßen, Bronchien oder Harnleiter, können die Bakterien in andere Regionen streuen und erneut Herde setzen oder mit Auswurf oder Urin an die Umwelt gelangen (offene Tuberkulose). Wenn beim Einschmelzen Blutgefäße verletzt werden, kann es zu Lungenblutungen mit blutigem Husten kommen. Die Lungentuberkulose ist mit ca. 80 Prozent die häufigste Organtuberkulose. Daneben kommen aber auch Nieren-, Knochen-, Nebennierenrinden-, Augen- und Hirntuberkulosen vor.

Diagnose

Hinweise auf eine Tuberkulose finden sich in der Krankheitsgeschichte und im Umfeld des Patienten, ob z.B. Kontakt zu an Tuberkulose erkrankten Personen bestanden hat. Dazu kommen die aktuellen Beschwerden wie z.B. starke, ungewollte Gewichtsabnahme, Nachtschweiß, Schwäche. Daraufhin kann ein Röntgenbild Aufschluss über mögliche Veränderungen des Lungengewebes geben, die auf eine TBC hinweisen. Eine gesicherte Diagnose kann nur durch einen klinisch-chemischen Nachweis des Erregers gestellt werden. Hierzu wird – bei der Lungentuberkulose – Sputum oder Bronchialsekret mikroskopisch auf säurefeste Stäbchenbakterien untersucht, gleichzeitig wird eine Bakterienkultur angelegt. Bei einem positiven Ergebnis erfolgt eine genaue Differenzierung der säurefesten Stäbchen um zu sichern, dass es sich um ein Mycobacterium tuberculosis handelt. Ein Schnelltest im Blut kann außerdem Hinweis auf eine Tuberkulose Infektion geben. Jedoch ist, ebenso wie im früheren Stempeltest, jeder Patient positiv getestet, der eine Tuberkulose-Impfung oder eine frühere Tuberkulose-Infektion hatte. Weiterhin gibt es ein immunologisches Testverfahren, bei dem im Labor in einer Blutgruppe unter bestimmten Voraussetzungen Interferon-Gamma nachgewiesen werden kann, was auf eine Infektion mit Tuberkulosebakterien hinweist. Ein negatives Testergebnis schließt eine Tuberkulose jedoch nicht sicher aus, da der Erreger je nach Untersuchungszeitpunkt oder Verlauf nicht nachweisbar sein kann.

Therapie

Bei jeder aktiven Tuberkulose muss eine Therapie durchgeführt werden. Bei offenen Tuberkulosen erfolgt diese Behandlung stationär, d.h. im Krankenhaus. Die Tuberkulose wird immer mit einer Kombinationstherapie bestehend aus verschiedenen Antibiotika behandelt. Dies ist notwendig da oft Erreger vorhanden sind, die gegen einen der Wirkstoffe resistent sind. Die Erreger werden auf diese Weise auf unterschiedlichen Stufen abgetötet oder ihre Vermehrung gestoppt. In der Regel besteht die Kombinationstherapie aus den Wirkstoffen Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol oder Streptomycin. Ein vorzeitiger Abbruch der Therapie kann zu Resistenzen führen, was bei einem weiteren Ausbruch der Erkrankung zur Folge hat, dass diese Medikamente nicht mehr wirksam sind. Leider sind in den letzten Jahren immer mehr resistente Bakterienstämme zu verzeichnen. Infizierte Personen werden auch nach der Behandlung über mind. zwei Jahre regelmäßig ärztlich kontrolliert.

Verlauf

In den meisten Fällen heilt die Tuberkulose ohne Folgeschäden aus. Voraussetzung hierfür ist die frühzeitige Diagnose und eine ausreichend lange Therapie. Wird die Diagnose zu spät gestellt oder ist das Immunsystem geschwächt, können die Lungen und andere Organe schwer geschädigt werden. In diesen Fällen kann die Tuberkulose auch tödlich verlaufen.